2012
02.11

Makrofotografie – Eine ganz eigene Welt. Wer ist nicht fasziniert von diesen bizarren Aufnahmen winziger Insekten und der Schönheit wolkenkratzerartiger Blütenstaubgefäße? Es ist eine beeindruckende Welt – doch ohne ein spezielles Makroobjektiv bleibt sie dem normalen Fotografen meist verborgen.

Ich wollte diese Welt kennen lernen und so stand ich vor der Entscheidung, welches der vielen Makroobjektive, die für mein Kamerasystem angeboten werden, ich wählen sollte. Viele Foreneinträge und Testberichte später habe ich eines ausgewählt und heute weiß ich: es ist fast egal. Macht euch keinen Kopf! Am besten ihr überlegt, was ihr außer Makros noch damit machen wollt, denn Makros können sie alle.

Bei mir fiel die Entscheidung auf das Tamron SP AF  Di 90mm f2.8 Makro. Ausschlaggebend war die Forenaussage, es habe die beste Schärfe und das schönste Bokeh von allen, vor allem im Vergleich mit dem 100mm-Canon. Ich muss allerdings zugeben, ich habe auf den Beispielbildern nie einen Unterschied erkennen können. Es war außerdem günstiger als das Canon. ;-)

Die Eckdaten sagen aus, dass es sich um ein Makroobjektiv mit dem Abbildungsmaßstab 1:1 handelt, was besagt, dass ein Objekt, welches man fotografiert, beim Fokussieren an der Naheinstellgrenze auf dem Sensor genauso groß erscheint, wie es in Wirklichkeit ist. Auf einem Kleinbild-Sensor kann man also maximal ein Motiv von 24x35mm Größe im Maßstab 1:1 abbilden. Dies unterscheidet echte Makroobjektive von vielen Telezooms mit Makrofunktion, die nur einen Abbildungsmaßstab von 1:2 oder 1:4 erlauben. Ansonsten hat das Tamron wie die meisten Makros in diesem Brennweitenbereich eine Lichtstärke von f2.8.

Die Verarbeitung ist in Ordnung, kein Metallgehäuse, aber bislang hat es alles tadellos überstanden. Die Umschaltung von Autofokus auf manuellen Fokus erfolgt, indem man den Fokussierring nach hinten zieht. Ist er vorn, kann man bei eingeschaltetem Autofokus die Fokussierung nicht verstellen, wie das bei normalen Objektiven, bei denen man immer am Ring drehen kann, manchmal mit einem unangenehmen Geräusch des Fokusgetriebes geschieht. Ansonsten hat es einen Fokuslimiter, der dem Autofokus vorgibt, nur den “normalen” Fokusbereich zu durchfahren, was sehr wichtig ist, wenn man z.b. ein Portrait machen will und sich der Autofokus mal wieder dafür entscheidet, in die falsche Richtung zu fahren. Da es sich bei ihm um keinen Ultraschallmotor handelt, dauert das Durchlaufen des gesamten Fokuswegen nämlich seeehr lange.

Bei der Makrofotografie selbst ist der Autofokus ziemlich egal. Ich fokussiere fast immer manuell. Durch den langen Fokusweg bei Makroobjektiven geht dies auch viel besser, als bei “normalen” Objektiven, die meist nur eine viertel Umdrehung des Fokusrings von der Naheinstellgrenze bis unendlich durchlaufen. Bei Naheinstellgrenze ist man schon ziemlich nah am Motiv, so etwa 10cm ab Objektivende. Da die Frontlinse sehr weit im Objektiv liegt, kann man sorglos die Streulichtblende abnehmen, ohne Flares befürchten zu müssen.

Trotz dass ich dieses Makroobjektiv besitze, bin ich bislang nur sehr oberflächlich in die Materie eingedrungen. Im Sommer ab und zu mal ein Bild, aber viel mehr wird es doch nicht. Zum Glück ist es ein wunderbares Objektiv für Kopfportraits und so kommt es doch recht regelmäßig zum Einsatz. Ach und: meine Freundin liebt es. Wahrscheinlich macht sie bald mehr Makroaufnahmen damit als ich. :-)

Bislang konnte ich noch keinen echten Nachteil entdecken und so ist mein Fazit sehr positiv. Soweit ich aber gelesen habe, nehmen sich die Makroobjektive alle nicht viel und so bleibt es jedem selbst überlassen, ob er das Tamron nimmt oder lieber eines der vielen Canons, Tokins und was es sonst noch alles gibt. Für mich ist es auf jeden Fall eine echte Empfehlung!

Jetzt aber endlich Bilder!

2012
01.17

Frieders Objektiv-Kolumne I: EF 50mm f1.8 II

Pünktlich zum neuen Jahr möchte einen neuen Themenbereich bei Lightbugs eröffnen: meine Objektivkolumne. Hier werde ich euch regelmäßig von meinen ganz persönlichen Erfahrungen mit den verschiedenen Objektiven, die ich ausprobieren konnte, berichten. Bevor es losgeht, möchte ich aber noch ein paar grundlegende Gedanken loswerden, welche ich mir im Vorfeld zu diesem Thema gemacht habe.

Die Frage, die sich mir stellte, als ich überlegte, einen Technikbereich zu eröffnen, war, ob im Internet nicht eigentlich schon mehr als genug über Fototechnik geschrieben wird. Der Schluss, zu dem ich gekommen bin, lautet: Ja. Es gibt so viele Testberichte, Foren und sonstige Webseiten, die über nichts anderes als Objektive, Kameras und Zubehör berichten, dass ich wohl kaum einen nennenswerten Beitrag werde leisten können. Warum mache ich es aber trotzdem? Ich habe einfach Lust dazu. Ich mag das Thema. Mehr nicht.

Beginnen möchte ich mit dem EF 50mm f1.8 II von Canon. Ich habe es zwar mittlerweile nicht mehr, aber es war die längste Zeit meines fotografischen Werdegangs ein treuer Begleiter. Die allgemeinen Eckdaten ergeben sich schon aus dem Namen, deshalb fasse ich sie kurz: klassische Normalbrennweite von 50mm und eine recht hohe Lichtstärke von f1.8. Außerdem ist es sehr klein, sehr leicht und mit einem normalen Mikromotor-Autofokus ausgestattet.

Anfangs habe ich es hauptsächlich für Portraitaufnahmen genutzt und später am Kleinbild dann aufgrund seines eigentümlichen Bokehs am Rand gern auch für Pflanzen. Allgemein ist es an einer Cropkamera eine gute Portraitbrennweite, am Kleinbild kann man es eigentlich für alles mögliche benutzen, aber das ist Geschmackssache. Mir persönlich gefielen stets die geringe Größe und Gewicht des Objektiv. Es ist unauffällig und man bekommt keine müden Arme, als wenn man ein Supertele mit sich herum schleppt. Außerdem ist es für Objektivverhältnisse spottbillig und bietet trotzdem eine sehr hohe Lichtstärke und abgeblendet eine grandiose Schärfe. Aus diesem Grund finde ich, jeder Anfänger sollte eines haben. Erst dadurch lernt man günstig, mit der Tiefenschärfe zu spielen und bei höheren Blenden wird man überrascht sein, wie matschig das Kitobjektiv doch im Vergleich ist.

Natürlich hat es auch ein paar Schwächen. Offen ist sehr weich und das Bokeh ist ein ziemlicher Graus. Wenn es dunkel wird, fängt der Autofokus dann irgendwann an zu pumpen und findet nichts mehr. Sicherlich liegt das hauptsächlich an der Kamera, doch, meiner persönlichen Erfahrung nach, ist es mit dem 50er besonders schwierig. Oft wird noch die schlechte Verarbeitung erwähnt, aber mal ehrlich: Was erwartet man von einer 100€-Linse? Sie macht ihre Sache gut, aber sie steckt in einem Jogurtbecher. Wer damit Nägel in die Wand hauen will, kann sich ja ein 50L kaufen. Ein Nachteil, der mich neben dem, bei offenen Blenden und auf größere Entfernungen, zu ungenauen Autofokus, letztendlich dazu bewog, mir ein anderes Fünfziger zuzulegen, war die blasse Farbwiedergabe bei offenen Blenden. Es wirkt bei f1.8 einfach alles zu blass und zu kalt. Da jedoch gerade die offenen Blenden meine Spielwiese darstellen, musste letztendlich was anderes her. Obwohl, das grausige Bokeh hatte am Kleinbildsensor auch etwas besonderes: alles war flirrig und verrückt. Wunderbar für verträumte Bilder!

Mein Fazit zu dieser Linse ist: Nicht perfekt, aber für den Preis ein absolutes Muss für jeden Anfänger, der sehen will, was es jenseits von dunkeldusteren f5.6-Kitobjektiven noch so gibt. Und für manche Anwendung auch im ambitionierten Bereich noch eine echte Empfehlung! (Ach ja: Ich krieg keine Provision. Das ist wirklich meine Meinung. :-P )

Jetzt möchte ich aber natürlich auch noch etwas aus den dreieinhalb Jahren mit dem Objektiv zum Besten geben:

 

2012
01.16

Mal etwas Neues ausprobieren! Aber doch ganz klassisch. – Das war die Devise meines letzten Shootings. Katja hatte sich vorgenommen, mal etwas mutiger mit dem Make-Up umzugehen und so entstand die Idee, ein Portraitshooting mit ausgefallenen Stylings auszuprobieren. Dabei schwebte mir ein Bild im Kopf herum, welches ich einige Zeit zuvor bei 1x.com gesehen hatte. Dabei handelte es sich um ein Frauenportrait von solcher Zartheit, dass es mich ganz fesselte. Ich wollte diesem Look so nah wie möglich kommen und es gleichzeitig mit einem opulenteren Styling kombinieren. Um dies zu erreichen, begann ich schon einige Tage vor dem Shooting zu experimentieren.

Schnell stellte sich heraus, dass ich mit einer sehr weit geöffneten Blende fotografieren musste, um die Cremigkeit des Hintergrundes und der Haare zu erhalten. So griff ich zum Sigma 50mm f1.4 bei Offenblende. Dadurch ergab sich jedoch das Problem, dass ich meinen Studioblitz nicht ausreichend weit herunter regeln konnte. Der Walimex Pro VC 400 geht nur bis 1/16tel herunter und dies reichte gerade Mal für Blende 2.8. Doch zum Glück konnte ich mir Eriks Walimex Pro Plus 300 ausleihen. Diesen konnte ich dann bis auf 1/32tel herunter regeln. Gerade ausreichend! Außerdem wollte die Zündung über drei Ecken nicht funktionieren. Ich löste den Systemblitz über einen Infrarottransmitter auf der Kamera aus und dieser durch sein Licht dann den Studioblitz. Dies wollte bei Tageslicht ohne Gardinen so gut wie gar nicht funktionieren. Bei meinen Tests erreichte ich bei 1/16tel Leistung des Systemblitzes erst in den Abendstunden eine halbwegs zuverlässige Auslösung des Studioblitzes. Vorher passierte, je nach gewählter Stärke des Systemblitzes und Position der Blitze zueinander, meistens gar nichts. Am Tag des Shootings behalf ich mich dann dunkler Bettlaken vor den Fenstern, weil ich mir in fünf Jahren in dieser Wohnung immer noch keine Gardinen zugelegt habe. Als dann endlich alles funktionierte, wählte ich anstelle des sonst üblichen verfusselten Moltons einen dunkelblauen Bettbezug als Hintergrund aus und schon konnte es losgehen. Meinerseits!

Katja und ich hatten uns etwa ein halbes Dutzend mögliche Stylings und Ideen ausgedacht und ich verrate jetzt schon mal: wir haben nur zwei geschafft. Das Schminken allein nahm pro Styling etwa eine halbe bis eine komplette Stunde in Anspruch. Als ich alles vorbereitet hatte, war es deshalb an mir, Spiegel zu halten und meine Meinung über Lidstriche, Farbverläufe und die Gleichmäßigkeit der Auftragung abzugeben. Ein riskantes Unterfangen, wenn es schon der dritte Anlauf ist! ;-)

Wir begannen mit dem Posing indem wir uns an unserem Vorbild von 1x orientierten. Später variierten wir die Pose und nutzten zusätzliche Accessoires wie Tücher, Pullover und Schmuck. Die größte Herausforderung für mich war dabei, immer darauf zu achten, dass das Gesicht einerseits wie gewünscht ausgeleuchtet blieb, gleichzeitig dafür zu sorgen, dass beide Augen innerhalb der winzigen Schärfeebene lagen und es trotzdem kein langweiliges Frontalportrait wurde. Allein die systembedingten Ungenauigkeiten in der Fokussierung der Kamera reichten schon aus, eine riesen Menge Ausschuss zu produzieren, weil mal wieder ein Haar vor dem Auge oder die Augenbrauen scharf gestellt wurden. Um überhaupt so ruhig arbeiten zu können, dass ich nicht noch zusätzlich durch mein Gewackel Fehlfoki verursache, kam die Kamera von vornherein auf das Stativ. Sonst ziehe ich die Flexibilität des freihändigen Fotografierens vor, aber in diesem Falle hätte ich wohl kaum ein scharfes Bild bekommen.

Katja bewies wieder einmal eine Menge Geduld und Ausdauer und so kamen wir nach etlichen Stunden des Fotografierens, Schminkens und Posierens auf eine stattliche Anzahl gelungener Bilder. Für die nähere Zukunft haben wir eine Fortsetzung mit weiteren Stylings geplant und ich habe bereits eine Idee für ein weiteres Shooting entlehnt. Dazu aber mehr, wenn es soweit ist. Jetzt gibt es erst mal Bilder:

2011
12.09

Neulich im Wald

Eigentlich wollten wir uns am 19. Oktober mit einigen Mitgliedern des Leipziger Fotostammtisch treffen, um zusammen auf dem Gelände der Mitteldeutschen Motorenwerke eine Foto-Tour zu machen. Da wir dort aber leider niemanden vom Stammtisch antrafen, wurde daraus ein gemütlicher samstäglicher Herbstspaziergang zu Zweit, über das riesige Gelände, welches zwischen Taucha und Leipzig liegt. Außer einigen baulichen Überresten der ehemaligen MiMo, fanden wir auch einen riesigen Dirtpark, sowie das Tauchaer Lasergame-Gelände.

Patricks Fotos

Jessicas Fotos

2011
11.12

Fundstücke aus dem Fotoarchiv #1

So langsam wird es wieder kälter und geheizte Räume verleiten dazu, nicht als Michelin Männchen draußen herum zu laufen. Rein zufällig steht da auch ein Computer mit den Archivieren Fotos in der nähe.
In diesem Sinne werde ich die nächsten Wochen / Monate meine Fotosammlung nach Bildern durchsuchen und einige davon hier zeigen.

Mein erstes Bild entspricht nicht den Standards eines genialen Fotos, sondern ist ein Experiment mit extremen Photoshop Einstellungen.