2012
05.01

Das Tamron 17-50mm f2.8 fand in einer frühen Phase meiner fotografischen Begeisterung den Weg in meine Fototasche. Es war die Zeit, in der ich ein erstes Verständnis für die Bedeutung von Objektiven für die Machbarkeit und Qualität von Fotos erlangt hatte. Mit der Kamera hatte ich mir das übliche Kitobjektiv, in diesem Fall das EF-S 18-55mm f3.5-5.6 II, und – auf Eriks anraten hin – noch das EF 50mm f1.8 II zugelegt. Nachdem ich mit beiden Objektiven probiert und gelernt und nebenbei jede Menge Literatur verschlungen hatte, erkannte ich die Bedeutung einer höheren Lichtstärke und einer adäquaten Abbildungsleistung. Da das Kitobjektiv beides nicht wirklich bieten konnte, belas ich mich und kam bald auf das Tamron.

Die Eckdaten des Objektivs sind schnell erklärt: Es hat einen Brennweitenbereich von 17 bis 50mm und eine durchgängige Lichtstärke von f2.8. Das 17-50 ist für Crop-Kameras geeignet und in Ausführungen für alle großen Kameraanbieter verfügbar. Meine Erfahrungen beziehen sich wie immer nur auf ein Canon-Exemplar und dabei auch auf die ursprüngliche Version ohne VC. Mittlerweile ist auch ein Modell mit Bildstabilisator verfügbar, aber dieses habe ich nicht selbst getestet.

Ein großer Vorteil gegenüber den Kitobjektiven zu jener Zeit war die um bis zu zwei Blenden höhere Lichtstärke, die Innenfokussierung und die um Längen schärfere Abbildung. Auf diesem Wege war es mir erstmals möglich, auch in düsteren Situationen noch halbwegs sicher zu fotografieren. Abgeblendet kann ich als Nicht-Pixelpeeper die Fotos nicht von denen einer Festbrennweite unterscheiden. Daran gibt es also im praktischen Einsatz nichts auszusetzen. Die Treffsicherheit des Autofokus war an der 400D in düsteren Situationen auch sehr zuverlässig. Dort wo das EF 50mm f1.8 nur noch hin und her pumpte, traf das Tamron immer noch. Das Geräusch des Autofokus ist allerdings sehr gewöhnungsbedürftig – oft wird es mit dem einer Kreissäge verglichen – und ich muss zugeben, wenn man Ultraschallmotoren gewöhnt ist, erscheint es sehr laut und schrill.

Für mich war es immer ein Allrounder, wenn auch kein “Immerdrauf”. Ich habe es benutzt, wenn es auf Flexibilität oder eine geringe Naheinstellgrenze bei Weitwinkelaufnahmen ankam (diese, bislang habe ich es vergessen zu erwähnen, ist kürzer als die der meisten lichtstarken Festbrennweiten), also vor allem bei Feierlichkeiten oder perspektivischen Experimenten. Obwohl es nicht explizit dafür ausgelegt ist, habe ich es auch mehrfach unter widrigen Bedingungen eingesetzt. Es wurde im Regen klatschnass, hat schon sehr viel Schnee abbekommen und ein Kleinkind hat die Frontlinse mit einem Löffel malträtiert – aber es hat keinerlei Schaden davon getragen. Das hat mir großes Vertrauen geschenkt und ich habe aufgehört, mir Sorgen zu machen. Die Technik hält doch so einiges aus.

Der Einsatz des Tamron 17-50mm wurde seltener, als das Sigma 30mm f1.4 bei mir Einzug hielt und als es fast nur noch im Rucksack herum gelegen hatte, habe ich es im Zuge meines Umstiegs auf die 5D verkauft. Ich weiß nicht genau, wie sich sein Nachfolger mit Bildstabilisator so macht, aber wenn es im Kern ein ähnlich gutes Objektiv ist, kann ich es nur empfehlen. Das war es kann, kann es sehr gut und sehr viel günstiger als das Pendant von Canon.

Wie immer an dieser Stelle: Fotos! Fast alle mehrere Jahre alt – ist auch für mich spannend zu entdecken, was alles auf der Festplatte verstaubt.

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